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Fehlende Kleiderspenden für Flüchtlinge - Altkleiderboxen in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen eine mögliche Lösung

Der aktuelle Flüchtlingsstrom nach Deutschland ist eine große Herausforderung für Bund, Länder und Kommunen. Er ist aber auch eine Chance für das Land und seine Bürger, zusammenzustehen und schnell und unkompliziert Hilfe zu leisten. Insbesondere beim Thema „Kleiderspenden für Flüchtlinge“ ergeben sich hier Möglichkeiten - z.B. durch eine pragmatische Kooperation von Hilfsorganisationen, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen: Wenn die Kleidung nicht zum Sammelcontainer kommt, muss der Sammelcontainer zur Kleidung kommen.

In den Medien häufen sich die Berichte, dass es zu wenig Sachspenden, insbesondere Kleidungsspenden, gibt, um die ankommenden Flüchtlinge in Unterbringungseinrichtungen bzw. durch Kleiderkammern zu versorgen. Eine Möglichkeit, dies zu ändern, ist eine engere Kooperation von Hilfsorganisationen und Unternehmen bzw. öffentlichen Einrichtungen. Sammelcontainer könnten direkt in Unternehmen, Schulen oder Kindergärten aufgestellt werden. Diese könnten dann dazu aufrufen, Kleidung, Spielsachen o.ä. zu spenden.

Ein solches Modell hatte ich letztes Jahr bei einem Essener Unternehmen angestoßen. Ein Sammelcontainer wurde im Keller des Firmensitzes aufgestellt. Parallel zur Aufstellung gab es eine Intranet-Mitteilung, in der die Mitarbeiter über die dauerhafte Sammlung von Altkleidern und Spielsachen im Gebäude informiert wurden. Auch wurde darauf hingewiesen, welche Dinge besonders dringend benötigt werden würden.

Die Resonanz war bemerkenswert. Der erste Container war schon nach wenigen Tagen gefüllt. Inzwischen konnten schon viele Container zur Diakonie gebracht und über deren Kleiderkammer verteilt werden.

Gespräche mit Mitarbeitern haben gezeigt, dass die Bereitschaft zu spenden bei einer Sammlung vor Ort deutlich höher ist, als wenn man diese um Einwurf der Kleidung in einen Altkleidercontainer an der Straße gebeten hätte. Die Gründe? Zum einen wirkt bereits die Bitte des eigenen Unternehmens motivierend. Auch wissen die Mitarbeiter durch die Intranet-Meldung genau, was mit den gespendeten Dingen passiert und dass sie auch tatsächlich einem sinnvollen Zweck zugutekommen. Last but not least ist eine Sammlung im Unternehmen für die spendenden Mitarbeiter sehr komfortabel und mit keinem Zeitaufwand verbunden: sie bringen die Kleider- und Sachspenden einfach zur Arbeit mit und geben sie in den aufgestellten Container. Convenient Giving.

Das Modell „Altkleidersammlungen in Unternehmen“ lässt sich natürlich auch auf andere Bereiche übertragen, z.B. Schulen, Kindergärten oder Hochschulen. Würde ein solches Modell flächendeckend implementiert, wäre viel gewonnen. Ich kann daher nur anregen, entsprechende Partnerschaften zwischen Hilfsorganisationen, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen in Erwägung zu ziehen.

Daniel Hampe, 20.08.2015

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