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BMI veröffentlicht Studie "Stand und Entwicklung des bürgerschaftlichen Engagements in Ostdeutschland" (Stand August 2013)

Das Bundesinnenministerium (BMI) hat am 28.08.2013 die Studie "Stand und Entwicklung des bürgerschaftlichen Engagements in Ostdeutschland" veröffentlicht.

Die von Prof. Dr. Thomas Olk (Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg) und Dr. Thomas Gensicke (TMS Infratest) verfasste Studie zeigt, dass das zivilgesellschaftliche Engagement in Ostdeutschland in den letzten 10 Jahren zugenommen hat. Bezüglich des Sponsoring von Unternehmen, das zumindest in Ansätzen untersucht wurde, heißt es u.a.:

"Der Beitrag von Unternehmen zur Förderung des Engagements und zur Gestaltung des Gemeinwesens ist unverzichtbar; er folgt allerdings einer eigenen Logik, ist punktuell, zeitlich befristet und richtet sich nach eigenen Zielkriterien und weniger nach örtlichen bzw. regionalen Bedarfen. Wie die Interviews mit Vertretern der Wirtschaft belegen, repräsentiert das Engagement von Unternehmen im zivilgesellschaftlichen Bereich ein breites Spektrum an Aktivitäten und Formen. Sie reichen von dem klassischen Spenden von Geld, Sponsoring bis hin zu neueren Formen des Corporate Volunteering, bei dem die Beschäftigten eines Unternehmens für einen ehrenamtlichen Einsatz freigestellt (social days) bzw. in enger Kooperation mit gemeinnützigen Organisationen Projekte im Bereich von Bildung, Umwelt, Soziales, Kultur etc. realisiert werden.

In den Interviews wurden drei Engagementformen von Unternehmen identifiziert: 1. Das Spenden oder Sponsoring, wobei das Unternehmen nach eigenen Kriterien fördert. 2. Die Mitarbeit in Gremien und Arbeitskreisen, in denen sich die Unternehmen bei der Entwicklung regionaler Projekte engagieren. 3. Die Unterstützung und Kofinanzierung von Projekten und Anliegen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Gemeinwesen entwickelt haben.

Diese Formen des Unternehmensengagements konnten in allen Unternehmen unabhängig von ihrer Größe gefunden werden. Allerdings lassen sich auch Unterschiede im Engagement zwischen großen und kleine Unternehmen finden. So entsteht das Engagement von Kleinunternehmen zumeist auf der Grundlage der eigenen Betroffenheit des Firmeninhabers. So haben sich Unternehmer etwa im Bildungsbereich engagiert, weil das eigene Kind in der Kita ist bzw. in einem Sportverein mitwirkt oder es wird ein Fahrzeug für ein Dorffest bereitgestellt in dem Dorf, in dem der Unternehmer ansässig ist. Große Unternehmen dagegen fördern oft anlassbezogen (z.B. durch Spenden) oder entwickeln eigene Programme und Förderkriterien, nach denen sie konkrete Projekte und Aktivitäten unterstützen. Die Inhalte des derart geförderten Engagements stehen in der Regel in einem engen Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Aktivitäten des Unternehmens.

Vorrangig haben Großunternehmen eine eigene Abteilung oder Stellen für das Thema Corporate Volunteering oder Corporate Citizenship gebildet. Es werden personelle Ressourcen, ein eigenes Budget und Förderkriterien zur Verfügung gestellt. Dabei suchen sie sich Partner in der Zivilgesellschaft, um das Engagement umsetzen zu können. Unternehmen wollen dabei nicht nur als Geldgeber verstanden werden, sondern eigene Ressourcen in ihr Engagement einbringen (Know-how, eigene Personalressourcen, Sachmittel etc.) und an der Umsetzung von sozialen Projekten selbst mitwirken.

Insgesamt zeigt sich, dass das Unternehmensengagement wichtige Themenbereiche (z.B. Bildung, soziale Integration, Umwelt) aufgreift und damit durchaus Bedarfe des Gemeinwesens der Region abdeckt. Es ist aber grundsätzlich zeitlich befristet, oft punktuell und folgt inhaltlich den eigenen Kriterien und Interessen der jeweiligen Unternehmen. Auch die räumliche Verbreitung dieses Engagements folgt dem Interesse des Unternehmens. So hat z.B. eines der befragten Unternehmen ein kleines Förderprogramm aufgelegt, dass allerdings nur in denjenigen Landkreisen zur Verfügung gestellt wird, in denen das Unternehmen auch privatgewerblich tätig ist. Dabei sind die Unternehmen zwar bei der Umsetzung ihrer Projekte an der Kooperation mit gemeinnützigen Organisationen interessiert, verhalten sich aber sehr zurückhaltend bei einer langfristigen Mitgliedschaft in regionalen bzw. landesweiten Netzwerken der Engagementförderung. Auch vermeiden die Unternehmen oftmals eine aktive Kommunikation über ihr Unternehmensengagement in der Öffentlichkeit, weil sie befürchten, dass sich hieraus Erwartungen der Öffentlichkeit an eine langfristige Aufrechterhaltung dieses Engagements ergeben könnten." (Quelle: Studie S. 159 f.)

Die 192 Seiten lange Studie können Sie hier herunterladen.

Die Pressemitteilung des BMI vom 28.08.2013 finden Sie hier.

Daniel Hampe, 09.09.2013

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